Its not my fault I’m on a Vserver and I love services. Who cares.

Fuck that process, let it die.[^1]

Die Aktion Campus Code von 1und1 ist eine gute Sache. Für ein äußerst Studentenfreundliches Entgeld von 1€ pro Jahr, kann eines aus 6 Hosting-Produkten gewählt werden. Für mich (und vermutlich auch für die meisten Leser dieses Blogs) ist natürlich der "Virtual Private Server Linux L" besonders interessant.
Die Angaben auf der Website klingen äußerst verlockend:

  • Echter Root-Zugriff
  • Eigene feste IPv4-Adresse
  • Verschiedene Linux-Betriebssysteme
  • Parallels® Plesk 12 unlimited
  • Unlimited Traffic
  • Bis zu 2 GB Boost-RAM
  • 50 GB Festplattenplatz

[1und1 Campus Code - Linux Server Angebot](/content/images/2015/06/campuscode.png" rel="lightbox)

Ideen was ich mit so einem VServer machen kann hatte ich genug:

  • Website/Diesen Blog hosten
  • CMS Playground
  • eigener FirefoxSync Server
  • Gitlab Instanz für private Repositorys
  • Gitlab CI/Gitlab CI runner für Codevalidation
  • Eigener HabitRPG Server
  • Cal/CardDAV Sync Geschichten
  • Owncloud Instanz
  • Syncthing/BTSync/Seafile Services testen
  • u.v.m.

Leider musste ich jedoch enttäuschend feststellen, das keineswegs der Angegebene "2 GB Boost RAM" oder der Festplattenplatz problematisch sind, sondern die knappen Ressourcen des OpenVZ Containers in dem der VServer läuft. Man wundert sich schon, wenn Fehlermeldungen wie:

fork failed cannot allocate memory

plötzlich bei scheinbar trivialen Befehlen auftauchen.
Demnach wird die Nutzung eines solchen Servers durch die knapp bemessene Anzahl der gleichzeitigen Prozesse von 128, sehr stark eingeschränkt.
Gitlab konnte ich nach einigem abändern der PostgreSQL und nginx Konfigurationen zwar zum laufen bringen, jedoch war dann im idle-Betrieb die Anzahl der Prozesse schon im dunkelroten Bereich. Darum möchte ich erst gar keinen Produktivbetrieb testen um mir Ärger und eventuellen Datenverlust zu ersparen.
Für das git hostsing könnte eine schlankere Alternative wie gogs eingesetzt werden, jedoch muss man dann auf Features wie ein CI Tool oder Code Snippets verzichten.

Fazit[^2]

Auch wenn das Angebot verlockend klingt ist es für meine Zwecke nicht wirklich brauchbar. Selbst ohne das RoR-Monster gitlab bin ich mit anderen Services stets im roten Bereich der Resourcen. Demnach gilt:
Auch dem Kleingedruckten kann man nicht immer alles entnehmen.

Für gitlab und webhosting bin ich mittlerweile zu den ubernauten gewechselt und ich kann nur sagen:

Es ist erstaunlich wie viel ohne "echten" root Zugriff möglich ist!

Weiterhin ist das Wiki ausgezeichnet und es gibt für die meisten Anwendungen uberspace-spezifische Installationsanleitungen.

UPDATE

Kurz nachdem ich den Artikel veröffentlicht habe bereitet mir schon die nächste Beschränkung des VServers Probleme:

Disk quota exceeded

Denn wie sich herausstellt ist zwar eigentlich noch genügend Platz auf der Festplatte frei, jedoch wurde auch die Anzahl der [inodes](Disk quota exceeded) viel zu stark limitiert. Somit hat sich der Server nun gänzlich für mich erledigt...

UPDATE 2

Nachdem ich erfahren habe, dass die Messaging Plattform zulip als Open Source Software herausgegeben wurde, und auf Ubuntu 14.04 läuft, dachte ich der VServer könnte sich doch wenigstens dafür eignen. Leider Fehlanzeige: das Installationskript bricht beim Starten des rabbitmq Dienstes ab. Im entsprechenden Log taucht die Meldung:
Failed to create thread: Resource temporarily unavailable (11)
auf.
Nach einer kurzen Fehlersuche bin ich auf eine Disskusion gestoßen, die mit rabbitmq auf einem 1und1 VServer ähnliche Probleme abhandelt und deren Ergebnis war:

So after having Marek kindly have a look at my 1and1 Virtual Private Server (not to be confused the 1and1's Dynamic Cloud Servers), we came to the conclusion that RabbitMQ can not run on these systems due to the non-standard nature of the setup.

So if anyone is thinking of using a 1and1 server to host anything RabbitMQ related don't use a Virtual Private Server.

I am unaware of any issues on the Dynamic Cloud Servers and was able to install and run RabbitMQ fine.

Also wieder ein klarer Minuspunkt für das 1und1 Hosting Angebot.